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* Herausgeber



Horst Müller

Weiterführende Links

http://www.praxisphilosophie.de

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der Herausgeber
Horst Müller

geb. 1945 in Oberfranken, studierte Wirtschaftswissenschaften, Soziologie, Philosophie so wie politische Wissenschaft in Nürnberg und Erlangen und hat 1982 als Soziologe promoviert. Sein besonderes Interesse galt und gilt der dialektischen Philosophie und politischen Ökonomie. Er ist seit 1968 aktiv und bis heute in verschiedenen philosophischen, gesellschaftstheoretischen und politischen Wirkkreisen tätig.

Nachhaltige Impulse für seine Arbeit gab die Beteiligung an der Marxismusdiskussion an der Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft in Heidelberg (FESt) in den 70er-Jahren, das Engagement in internationalen praxisphilosophischen Diskursen der AG Philosophische Grundlagenprobleme in Kassel in den 80er- und 90er-Jahren und ein vieljähriges Engagement bis 1995 im Sprecherrat der Ernst-Bloch-Assoziation (EBA). Seit 2001 gestaltet Horst Müller die Webseite praxisphilosophie.de und veranstaltet in Kontakt mit örtlichen Sozialbewegungen ein Forum politische Philosophie.

Das von ihm seit 2001 betreute Portal http://www.praxisphilosophie.de lädt ein zur Vernetzung und Verstärkung der Initiative für Praxisphilosophie und konkrete Wissenschaft. Es stellt in der eingeschlagenen Denkrichtung vielseitiges Studienmaterial zur Verfügung. Eine erste Tagung der Initiative fand 2004 statt, Mitstreiter und Förderer sind willkommen. Der konzeptuelle Ansatz ist klar profiliert:

In Auseinandersetzungen mit traditionellen Marxismen, mit der Kritischen Theorie und anderen Grundpositionen der modernen Gesellschaftstheorie kristallisierte sich die Arbeitsperspektive einer Konkreten Praxisphilosophie, die den Kern der Marxschen Idee für unsere Zeit übersetzt und als streitbares Wissenschaftskonzept ausformt. Dem praxiswissenschaftlichen Ansatz entspricht eine utopistische Herangehensweise an Fragen der politischen Ökonomie.

Das Studium der Marxschen Kritik der politischen Ökonomie und die hauptberufliche Tätigkeit als Sozialinformatiker führten zu einer erweiterten Auffassung bezüglich des Systems der gesellschaftlichen Arbeit und zu dem völlig neuen Konzept einer Sozialwirtschaft als Alternative zur Kapitalwirtschaft. Dieses überschreitet die Kapital- und Krisentheorie und ist als konkret-utopischer Entwurf für eine alternative Wirtschafts- und Gesellschaftsverfassung zu verstehen.

Damit ist zugleich die verstärkte Kritik der neoliberalen Wirtschaftskonzeption und die Auseinandersetzung mit aktuellen Strömungen einer alternativen Wirtschaftstheorie annonciert. Nach Überzeugung des Autors können die neuen sozialen und globalisierungskritischen Bewegungen auf Dauer kein Durchsetzungsvermögen entwickeln, wenn sie ihre sozialphilosophischen Wurzeln nicht vertiefen und keine vertrauenswürdige Alternative, das heißt keine positive, politisch-ökonomisch fundierte Programmatik der gesellschaftlichen Transformation vorstellen.

Müller hat die PRAXIS-Publikation initiiert und die Einleitung mit dem Titel Zur Selbstverständigung über Kämpfe und Wünsche verfasst. Sein Artikel Zur Neuordnung des theoretischen Feldes der politischen Ökonomie vermittelt eine neu gewonnene Sichtweise auf den sozial-ökonomischen Wandel und die Gründe für den anvisierten Schritt von der Kritik zur Utopistik der politischen Ökonomie. Die Ausarbeitung Sozialwirtschaft als Systemalternative stellt schließlich einen völlig neuen, wert- und reproduktionstheoretisch fundierten Ansatz einer möglichen anderen Wirtschafts- und Gesellschaftsverfassung vor.


Publikationen

* Marx, Mead und das Konzept widersprüchlicher Praxis
In: Zeitschrift für Soziologie (ZfS), Jahrgang 12, Heft 2, April 1983
S. 119-138
Download siehe http://www.praxisphilosophie.de

* Praxis und Hoffnung
Studien zur Philosophie und Wissenschaft gesellschaftlicher Praxis von Marx bis Bloch und Lefebvre
Germinal Verlag, Bochum 1986

* Bloch, Kofler und das Projekt einer utopisch-kritischen Wissenschaft gesellschaftlicher Praxis
in: Jünke Christoph (Hrsg.)
Am Beispiel Leo Koflers: Marxismus im 20. Jahrhundert
Verlag Westfälisches Dampfboot, Münster 2001, S. 212-235

* Die Staatsquote und Transformationstendenzen in Wirtschaft und Gesellschaft
in: UTOPIE kreativ Nr. 132, Oktober 2001, S. 909-924
Als Onlinetext über http://www.rosalux.de

* Theoretische Wurzeln und Arbeitsaufgaben des Praxiskonzepts
in: Volker Caysa / Helmut Seidel / Dieter Wittich (Hrsg.):
Zum philosophischen Praxis-Begriff.
Die zweite Praxis-Diskussion in der DDR

Texte zur Philosophie Heft 12, Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen 2002, S. 141-164

* Perspektiven der gesellschaftlichen Transformation.
Zur Diskussion von Immanuel Wallersteins Utopistik
, Teil 1 + 2
in: Zeitschrift grundrisse, Nr. 9 + 10, Wien 2004
Als Onlinetext bei http://www.grundrisse.net

* Karl Marx, der Marxismus und die Philosophie der Praxis.
Zur Re-Konzeptualisierung der politischen Philosophie

in: Aufklärung und Kritik, Sonderheft 10/2005, S. 179-193

(Hg.) Horst Müller

* Das PRAXIS-Konzept im Zentrum gesellschaftskritischer Wissenschaft
Beiträge und Quellen einer Tagung

darin Horst Müller:
- Zur Selbstverständigung über Kämpfe und Wünsche (Einleitung), S. 7-22
- Der Bogen Feuerbach, Marx, Bloch, Bourdieu, S. 24-40
- Zur Neuordnung des theoretischen Feldes der politischen Ökonomie, S. 182-206
- Sozialwirtschaft als Systemalternative, S. 254-289

BoD-Verlag Norderstedt, Oktober 2005
305 S. / Eur 22,80